ANDERS I SEIN

von Thomas Klischke

und Sophie Linnenbaum

Genre: Kinderstück, Klassenzimmerstück

Bearbeitung: Klischke, Linnenbaum
Besetzung: 1 Dame(n), 1 Herr(en),
max. Rollenzahl: 2
Alter: empfohlen ab 8
Länge: 01:15

„Das Fremde von den Fremden entfremden“

 

Zwei Vertreter der Vereinigten Intergalaktischen Weltraumbehörde, sogenannte Dealienatoren, tauchen überraschend in einem Klassenzimmer auf. Sie wurden von der Behörde dorthin gesendet, um die Ankunft einer außerirdischen Delegation zu organisieren. Anstelle der erwarteten Experten für intergalaktischen Kulturaustausch finden die beiden aber „nur“ Kinder vor. Doch die Zeit drängt. So entscheiden sie, den Besuch gemeinsam mit den Kindern vorzubereiten und das Zusammentreffen mit den Aliens (deutsch: Fremdlinge, die) zu proben.

 

Mit ihrem Regelwerk für extraterrestrische Begrüßungsrituale stoßen die Dealienatoren in dieser besonderen Situation schnell an Grenzen, Fragen kommen auf und müssen gemeinsam mit den Kindern erörtert werden: Wie kann eine Handvoll Kinder eine ganze Erdbevölkerung repräsentieren? Wie lässt sich ein Klassenzimmer in einen alienfreundlichen Ort verwandeln? Wie werden fremde Wesen respektvoll begrüßt? Welche Sprache sprechen sie? Sprechen sie überhaupt eine Sprache? Was ist, wenn die Fremden mal müssen? Und, was, wenn alles ein großes Missverständnis ist und die im Anflug befindliche Aliens gar keine friedlichen Absichten hegen?

 

Anders|sein - der Trennstrich trennt das Wort Anderssein in Anders und Sein. Und offenbart damit eine Grundregel des Menschseins: Jeder hat das Recht auf sein individuelles Sein und in diesem Sein verhält sich jeder Mensch anders. Anders denken. Anders handeln. Anders fühlen. Um sich als Individuum zu erfahren, muss sich jeder Mensch abgrenzen. Gleichzeitig sucht das soziale Wesen in ihm Anschluss an eine Gruppe. Jeder Zusammenschluss in Gruppen ist aber gleichzeitig auch ein Ausschluss anderer.

 

In „Anders | sein“ bilden sich zwei Gruppen, die Besucher aus der fremden Welt und die Kinder in der Rolle der Gastgeber. Was macht die Gruppen aus? Was unterscheidet sie voneinander, was verbindet sie, wie können Gemeinsamkeiten gefunden, kommuniziert und Brücken geschlagen werden? Und was passiert, wenn in der eigenen Gruppe Unterschiedlichkeiten aufkommen und die Gruppe sich zu spalten droht?

Uraufführung